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Tirols erste „Power-To-Heat-Anlage“ wird in Hall i. T. Realität

Gemeinsam mit der TIWAG wird die HALL AG am Areal des Biomasse-Heizkraftwerkes Tirols erste Power-To-Heat-Anlage (P2H) realisieren, um so den ökologischen Wandel der Strom- und Wärmeversorgung nachhaltig voranzutreiben. Gleichzeitig sinken die Emissionen aus dem Betrieb des Biomasse-Heizkraftwerkes in Hall i. T. um rund ein Viertel.

In dieser neuen Anlage wird künftig über zwei präzise regelbare Elektrodenheizkessel Regelenergie in Heißwasser zur Wärmeversorgung der Haller Bevölkerung umgewandelt. Diese sichere und bewährte Technik kommt in Deutschland sowie in den skandinavischen Ländern bereits erfolgreich zum Einsatz. Die P2H-Technologie hilft, Stromnetze zur Erhöhung der Versorgungssicherheit noch besser zu stabilisieren und Stromüberschüsse aus erneuerbarer Energieerzeugung in Form von Wärme kurzfristig zu speichern. Dadurch können Abregelungen von regenerativen Stromerzeugern, wie z. B. bei Windkraftwerken, vermieden werden. Gleichzeitig wird die im Prozess erzeugte Wärme produktiv und effizient im Fernwärmenetz der Stadt Hall i. T. genutzt. Dabei sinken die ohnehin bereits niedrigen Emissionswerte aus dem Betrieb des Biomasseheizwerkes in Hall i. T. um bis zu 24 %.

Gemeinsames Projekt der HALL AG und TIWAG

Ermöglicht wird die neue Anlage durch die enge Zusammenarbeit zwischen der TIWAG und der HALL AG, die als gleichberechtigte Partner die neue Regelenergieanlage gemeinsam betreiben werden. Dabei trägt die Hall AG ihre Absatzmöglichkeiten im Haller Wärmenetz bei, während die TIWAG ihre Erfahrung und ihr Know-how durch die Einbindung der Anlage in den Regelkraftwerkspool der TIWAG und eine gesicherte Vermarktung über ihren Marktzugang einbringt.

„Durch diese Kooperation wird ein wertvoller Beitrag für die Energiewende und die dafür notwendige Integration von erneuerbaren Energien auf nachhaltige, umweltschonende und ökonomische Weise geschaffen. Gleichzeitig werden in Hall i. T. über 1.000 Tonnen klimaschädliches CO2 pro Jahr eingespart sowie weitere Schadstoffe wie Schwefeldioxid, Stickoxid, Kohlenstoffmonoxid oder Staubemissionen in der ohnedies hochbelasteten Region merklich reduziert.“, zeigt sich Dr. Eva Maria Posch, Bürgermeisterin der Salinenstadt mit diesem innovativen Projekt sichtlich zufrieden.
„P2H-Anlagen können aufgrund ihrer Einschränkungen große Speicherkraftwerke nicht ersetzen. In Verbindung mit diesen Kraftwerken können aber kleinere regelfähige Anlagen in Pools wirtschaftlich erfolgreich am Regelenergiemarkt teilnehmen. Die hier gemeinsam mit der Hall AG geplante Anlage ergänzt die TIWAG-Regelkraftwerke sinnvoll, ist gerade in Verbindung mit der vor Ort möglichen Wärmeauskoppelung ökologisch vorbildlich und ermöglicht der TIWAG, Erfahrungen mit dieser Technologie zu sammeln“, so Dr. Erich Entstrasser, Vorstandsmitglied der TIWAG.

DI Mag. Artur Egger, Technischer Vorstand der Hall AG, sieht weitere Vorteile durch die Realisierung dieses P2H-Regelkraftwerkes gerade auch für Hall. „Mit einer zusätzlichen Wärmeleistung von 20 Megawatt (MW) zu den derzeit vorhandenen 27 MW im Biomasse-Heizkraftwerk kann die Ausfallssicherheit der Wärmeversorgung von Hall i. T. nochmals gesteigert und der Kundenabsatz erhöht werden. Auf diese Weise kann die Hall AG ein Drittel des Haller Wärmebedarfes abdecken bei gleichzeitig sinkenden Emissionen“, so Egger. „Durch den Betrieb von P2H steigt zudem die Effizienz des Stromnetzes deutlich an.“
Die Gesamtinvestition des Projektes beträgt € 6 Mio. Der erste Durchlauferhitzer soll bereits Ende dieses Jahres in Betrieb gehen, der Vollbetrieb soll im Herbst 2016 erfolgen.