Fernheizwerk (Foto: Schletter)

Hall AG verdichtet weiterhin lokales Wärmenetz

Das Biomasse-Fernheizwerk der Hall AG versorgt seit 2005 die Stadtgemeinde Hall sowie Teile von Absam und Mils über das derzeit rund 35 km lange Leitungsnetz mit Wärme aus Biomasse. Zudem wird durch die Kraft-Wärmekoppelung Strom erzeugt. Vor zwei Jahren trat  die Hall AG dem Wärmeverbund Innsbruck-Wattens bei, der Wärme aus unterschiedlichen Quellen der Region für Bewohner und Unternehmen zur Verfügung stellt.  Technischer Vorstand, DI Mag. Artur Egger erläutert aktuelle Pläne, Trends und Entwicklungen rund um die Wärme Hall:
 
Wie sieht das Konzept der Fernwärme in Hall konkret aus?

Für die nächsten Jahre sind weitere Netzverdichtungen im bereits bestehenden Versorgungsgebiet der Fernwärme geplant. Ziel ist es, neu errichtete Gebäudekomplexe wie z.B. in der Unteren Lend oder „Im Tal“ in Absam an das Wärmenetz anzuschließen. Parallel dazu sollen natürlich auch bestehende Heizungsanlagen vermehrt an die Wärmeversorgung angebunden werden. In den Gemeinden Absam und Mils ist eine kontinuierliche Erweiterung des Stammnetzes vorgesehen, da die Nachfrage nach Fernwärme in diesen Gemeinden nach wie vor sehr hoch ist.
 
Bei der Energiebereitstellung spielt der, mit der TIGAS geschlossene Wärmeverbund eine wichtige Rolle. So wird im heurigen Sommer erstmalig Wärme aus dem Biomasseheizwerk Hall, der Papierfabrik in Wattens und der Fa. TRM bis in die Reichenau nach Innsbruck transportiert werden.
 
Wie viele Haushalte sind angeschlossen, wie ist der Trend?

Derzeit sind 45.000 kWth Wärmeleistung an das Heizwerk angeschlossen. Bei einer Annahme von 10 kWth pro Wohneinheit entspricht dies somit 4.500 Kundenanlagen, die über das Wärmenetz ganzjährig versorgt werden können. In den Jahren 2012 und 2013 konnte die Anschlussleistung im Durchschnitt um 4.900 kWth pro Jahr gesteigert werden. Es darf erwähnt werden, dass durch den Betrieb des Biomasseheizkraftwerks derzeit ca. 13.700 Tonnen CO2 pro Jahr  eingespart werden.
 
Wie wirkt sich der warme Winter auf den Verbrauch aus?

Der sehr warme Winter hat natürlich eine Auswirkung auf die Wärmeabgabe. In welcher Höhe diese genau ausfallen wird, kann derzeit noch nicht  genau angegeben werden, da der Winter noch nicht vorbei ist. Im Jänner 2014 betrug die Minderabgabe gegenüber der geplanten Abgabe rund 20%, obschon die Jännerabgabe 2014 um 5% über jener des Jahres 2013 lag. Die festgestellte Steigerung ist das Resultat zusätzlicher Kundenanschlüsse im abgelaufenen Jahr.